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System auslegen

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Das Prinzip der Aquaponik ist zwar recht einfach und wohl auch deswegen so charmant, aber durch die biochemischen Hintergründe kann die Auslegung eines Aquaponik-Systems sehr komplex werden.


Alle im Folgenden dargestelten Größen sollten nicht als feste Regeln, sondern als Richtlinien verstanden werden. Einige davon widersprechen sich sogar gegenseitig. Es kann auch keine festen Regeln für den Aufbau eines Systems geben, da die Rahmenbedingungen zu unterschiedlich sind: Klimazone, Gewächshaus/Freiland und Gesamtgröße der Anlage sind nur einige der Faktoren, die das Gesamtsystem beeinflussen.

Die Empfehlungen oder Richtlinien sind daher möglichst auf der sicheren Seite gestellt, um dem Anfänger, wenn er sie befolgt, möglichst wenig Fischsterben zu bescheren. Es gibt natürlich keine Garantie, dass unter Einhaltung der Richtlinien alles funktioniert, aber die Chance ist weit größer, als beim Bau auf eigene Faust.

StandortBearbeiten

Der erste Schritt ist die Festlegung des Standortes für die Anlage. Für gutes Pflanzenwachstum ist ein freier Standort mit möglichst ungehinderter Sonneneinstrahlung auf die Beete optimal,kann aber je nach Art der gehaltenen Fischen Probleme mit zu warmem Wasser in den Sommermonaten hervorrufen.

GrößeBearbeiten

Als nächstes legst Du die Größe des Systems fest. Aquaponische Systeme können in praktisch allen Größen realisiert werden:
Growing Power, Milwaukee.jpg

Große Anlage in einem Gewächshaus bei Growing Power: Will Allen sammelt Fisch

Vom Aquarium und einer Kunststoffwanne als Beet im Regal oder unterm Dachfenster bis zum großen 500 m2-Gewächshaus.

GrößenverhältnisBearbeiten

Um das Aquaponiksystem erfolgreich zu betreiben und über den Stickstoffkreislauf dauerhaft zu erhalten, muss ein vernünftiges Verhältnis zwischen Fischbecken und Beeten gewahrt bleiben, damit die nitrifizierenden Bakterien, die vor allem im Substrat der Beete leben, den durch Fischexkremente eingetragenen Ammoniak in Nitrit und Nitrat umwandeln können. Dazu benötigt man eine große Substratoberfläche, damit sich genügend Bakterien ansiedeln können. Dazu gibt es Richtwerte, aber keine universell anwendbare Regel

Volumen-Verhältnis 2:1Bearbeiten

Klassisch wird ein Größenverhältnis der Volumina von 2:1 empfohlen: Pro 100L Größe des Fischbeckens solle ein Beet von 200L eingeplant werden. Obwohl dies eine gute Faustregel ist, führt sie bei größeren Systemen zu einem Übermaß an Filterkapazität und lässt den Faktor Besatzdichte völlig außer Acht. Das führt zwar nicht zu Problemen im Betrieb, begrenzt aber auch den erreichbaren Fischertrag unnötig.

Schlachtgewicht zu FiltervolumenBearbeiten

Eine realitätsnähere Möglichkeit stellt die Methode dar, die Filterkapazität und das Schlachtgewicht der eingesetzten Fische zu betrachten.

Auch und gerade beim Neubesatz des Systems mit winzigen Jungfischen sollte man sich auf das endgültige Schlachtgewicht der Tiere nach mehreren Monaten beziehen, da sich auch nach dem Einlaufen des Systems die Bakterienflora weiterentwickelt und zum Start ebenfalls nur Jungpflanzen vorhanden sind, die nicht so viel Nitrate aus dem System abnehmen wie weiter entwickelte Pflanzen. So kann das System in allen Komponenten ausgeglichen wachsen.

PumpleistungBearbeiten

Die Pumpe sollte mindestens so dimensioniert sein, dass sie das Wasservolumen des Fischbeckens pro Stunde einmal austauschen kann. Da bei jedem Durchlauf nur eine teilweise Filtration im Substrat stattfindet, ist ein so hoher Durchsatz nötig, um das Wasser für die Fische ausreichend sauber zu halten.

BewässerungssystemBearbeiten

Je nach Bedarf und Platz können einzelne Bewässerungssysteme eingesetzt und kombiniert werden.

VerrieselungBearbeiten

Bei kontinuierlicher Bewässerung durch Verrieselung (engl. continuous flow) rieselt aus gelochten Rohren oder Schläuchen kontinuierlich Wasser ins Beet. Dazu müssen die Leitungen gleichmäßig über dem ganzen Beet positioniert werden, damit keine Trockenzonen im Substrat auftreten

Ebbe-Flut-SystemBearbeiten

Beim Ebbe-Flut-System wird das Beet mit einer stärkeren Pumpe zu etwa 80-90% mit Wasser gefüllt, welches regelmäßig nahezu komplett abgelassen wird. Ein solches System ist etwas schwieriger im Aufbau, so benötigt man anstelle eines einfachen Abflusses einen Siphon.

Ebbe-Flut-Systeme sind heute bei kleinen bis mittleren Anlagen weit verbreitet.

Deep Water CultureBearbeiten

Siehe Deep Water Culture

DWC-Systeme kommen fast ohne Substrat aus, weil die Pflanzen in Wasserbecken schwimmen. Im Hobbybereich sind die so erreichbaren Rationalisierungseffekte kaum relevant, deswegen werden sie eher in Ergänzung anderer Systeme verwendet, z.B. um sonst ungenutzte Wasserflächen zu bepflanzen.

Nutrient Film TechniqueBearbeiten

Nft-wand.jpg

Bepflanzte NFT-Kanäle an einer Mauer

Siehe auch Nutrient Film Technique

Der Platzbedarf für NFT ist sehr gering, so können die Kanäle an Wänden oder im Gewächshaus eine Ebene über anderen Beeten aufgehängt werden, da sie wenig Schatten werfen.

SubstratBearbeiten

Die Auswahl des Substrates richtet sich nach lokaler Verfügbarkeit, Preis und Tragfähigkeit des Bodens, z.B. auf einem Balkon, oder wenn die Beete auf erhöht auf Gestelle gesetzt werden sollen.

Häufig wird Blähton oder Kies verwendet, zur Aussaat und Anzucht oft auch Steinwolle.

FischeBearbeiten

Bei der Auswahl der Fische, sind vor allem die erreichbaren Haltungsbedingungen wie Platz und Wassertemperatur zu beachten. So müssen die beliebten Tiliapia- und Oreochromis-Arten aus tropischen Gebieten ganzjährig eine Wassertemperatur von über 25 °C haben. Im Winter kann der Energiebedarf für die Wasserheizung schnell zu hohen Kosten führen, wenn die nötige Wärme nicht als Abwärme, z.B. von einem Blockheizkraftwerk, Biogas-Motor oder aus Solarthermie verbrauchskostenfrei zur Verfügung steht.

Alternativen für ganzjährige Haltung sind heimische Fische oder solche aus gemäßigten Klimazonen, die ohne Hilfe überwintern können, wie Karpfen oder Forellen bzw Regenbogenforellen.

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